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Hans Görtz
Diekholzen
Es war einmal ein junges Ehepaar, glücklich verliebt, voller Erwartung auf schöne, gemeinsame Jahre. Nichts sollte die
Harmonie bei der Bewältigung des täglichen Einerleis stören. Ihr größter Wunsch zum vollendeten Seligsein war die baldige
Vergrößerung der Familie durch die Geburt eines Kindes.
Schon nach kurzer Zeit bestand die Gewissheit, dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen würde. Dann kam der große Tag. Ein
strammer Junge, 4 Kilo schwer, 54 cm lang. Alles Daten, die für die Eltern ganz besonders wichtig waren, denn sie belegen, hier
wurde kein Problemkind geboren, sondern ein Erdenbürger der vom Gewicht und seiner Größe her, alle Chancen hatte, ein
überwiegend freundlichen Gesprächsstoff für Großeltern, Bekannte, Freunde und Nachbarn zu werden.
"Wie soll der Jungen eigentlich heißen?" Alle Überlegungen die die Eltern schon vor der Geburt getroffen hatten, kamen erneut
auf den Prüfstand. Je länger die Suche nach einem angemessenen Vornamen dauerte, desto heftiger wurden die Diskussionen.
Endlich war es so weit, das neue Familienmitglied sollte in Zukunft auf den Namen "Wolfgang" hören.
Wolfgang verbrachte die ersten Tage mit gelegentlichen Weinanfällen, schlafend oder schmatzend an Muttis prallgefülltem
Busen.
So in etwa wird es bei den meisten Neugeborenen wohl gewesen sein, aber Wolfgang entwickelte sich zur Überraschung seiner
Eltern ganz anders. Man mag es kaum glauben, nach den ersten zwei Wochen konnte er gut verständlich sprechen und sein
Interesse an den Geschehnissen seiner Umwelt war fast unheimlich.